Kommunikation


Kommunikation der Hunde untereinander und mit den Menschen



1. Begegnungen draußen

Kontaktaufnahme zu Hunden

Der einzige Unterschied zwischen einem "normalen" Hund und einem tauben Hund ist das Gehör, bzw. das fehlende Gehör.

Da Hunde überwiegend über die Körpersprache kommunizieren, ist bei der Kontaktaufnahme freilaufender Hunde kein Unterschied feststellbar. Ein gut sozialisierter Hund, egal ob hörend oder taub, kennt die Hundesprache und wird sie bei Begegnungen anwenden.

Es kommt auf den einzelnen Hund an, wie intensiv er den Kontakt zu Artgenossen wünscht. Von hündischer Seite aus gesehen gibt es bei der ersten Kontaktaufnahme keine Unterschiede.

Etwas problematischer kann die Kontaktaufnahme an der Leine sein. Nicht jeder angeleinte Hund empfindet Kontakt zu Artgenossen in dieser Situation angenehm oder ist ausreichend sozialisiert und verträglich.

Bei angeleinten Hunden, deren Mimik unter Umständen nicht eindeutig ist, z. B. bei Boxern, Möpsen und ähnlichen Rassen sowie bei Hunden, deren Gesicht durch lange Haare verdeckt ist, sollte der Halter des tauben Hundes besonders aufmerksam sein, da sie unter Umständen für den tauben Hund schwerer lesbar sind.

Manche Hunde äußern ihren Unwillen erst nur durch ein leises Warnknurren, welches der taube Hund natürlich nicht hören kann. In einer solchen Situation kann es durchaus passieren, dass der taube Hunde statt entsprechend zu reagieren unbewusst seinen Gegenüber provoziert. Dies wiederum könnte zu einer Eskalation führen, die wir Menschen im Vorfeld verhindern können, indem wir unseren Hund schnell und entspannt aus der Situation herausholen.


Kontakt zu fremden Menschen

Eine Kontaktaufnahme von/zu fremden Menschen sollte man nur zulassen, wenn man ganz sicher ist, dass der Hund dies auch wünscht. Diese Regel gilt für alle Hunde, egal ob hörend oder taub.

Wie ein Hund auf fremde Menschen reagiert liegt allein in seiner Erfahrung begründet. Hunde, die schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, werden unter Umständen zurückhaltender sein oder zur eigenen Verteidigung ein Warnknurren abgeben. Die Behinderung spielt dabei keine Rolle.

Man sollte immer daran denken, dass der taube Hund sich an der Körpersprache und Mimik der Menschen orientiert. Eine freundliche Stimme, die eine Kontaktaufnahme abrundet und viel dazu beitragen kann, dass es eine positive Erfahrung für den Hund wird, bleibt ihm ja verschlossen.

Ganz wichtig ist es, gut zu beobachten, wie er auf den nach vorne gebeugten Menschen reagiert, der ihm direkt in die Augen schaut und mit einem breit grinsenden Gesicht mit ''freiliegenden'' Zähnen "anbellt"

Leider lässt sich diese für Menschen so typische Handlungsweise nicht immer im Vorfeld oder schnell genug verhindern. Sollte der Hund dadurch gestresst sein, ist eine schnelle Reaktion, in dem man sich zwischen den Hund und den Menschen stellt, ganz wichtig.


2. Verhalten nicht eingeschränkter Hunde zu Hunden mit Handicap

Da das Gehör beim Kontakt untereinander eine untergeordnete Rolle spielt, ist das Verhalten gegenüber einem tauben Hund nicht anders als das einem hörenden Artgenossen gegenüber.

Sympathien sowie auch Antipathien sind bei allen Hunden mal mehr oder mal weniger ausgeprägt, das ist beim tauben Hund nicht anders.


3. Spielverhalten

Das Spielverhalten tauber Hunde an sich ist mit dem hörender Hunde identisch.

Es gibt jedoch auch taube Hunde, die beim Spielen viele Laute von sich geben.

Einige hörende Hunde sind dadurch verwirrt und verunsichert, da die Lautäußerungen (häufig Knurren) nicht mit den körperlichen Signalen (z.B. freudiges Schwanzwedeln und Spielhaltung) übereinstimmen.

Auch können taube Hunde, die ein wenig ruppig spielen, nicht hören, wenn der Spielpartner durch eine Lautäußerung vermittelt, dass ihm wehgetan wurde.

Diese Situationen sollte man als Hundehalter genauestes beobachten und notfalls eingreifen, um ein Umschlagen der Stimmung zu verhindern.

Ich habe mal zwei taube Hunde beim Toben beobachtet - und ebenfalls parallel dazu zwei weitere anwesende hörende Hunde, die dem Tun zuschauten.

Die Tauben hatten Spaß ohne Ende, welches sie mit ordentlichen Knurrgeräuschen untermalten. Den beiden hörenden Hunden stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben und man merkte, dass sie nicht so wirklich einordnen konnten, was da passierte.